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„Globalisierung des Verfassungsrechts“: Jutta Limbach und Brun-Otto Bryde im internationalen Dialog

by JKuenne last modified 2007-07-20 13:33

Weltweiter Kongress zur Rechtssoziologie zieht ab 25. Juli 2.500 TeilnehmerInnen aus mehr als 70 Ländern an die Humboldt-Universität

Das Vertrauen der deutschen Bevölkerung in das Bundesverfassungsgericht ist enorm; kein anderes Verfassungsorgan erfreut sich so hoher Zustimmung. Auch weltweit erleben Verfassungsgerichte einen Siegeszug. Vor 1945 gab es in vier Ländern ein oberstes Gericht, heute kommt kaum eine Demokratie ohne eine solche Institution aus.

Die Globalisierung macht auch vor den Hütern der Verfassungen nicht halt. Einerseits ist Verfassungsrecht eng verknüpft mit nationaler Identität – andererseits ist es längst üblich, dass oberste Richter die Rechtsprechung anderer Länder zitieren. In Europa, wo der Europäische Gerichtshof sich aus Rechtsnormen der EU-Mitgliedstaaten bedient, wird das häufig als selbstverständlich wahrgenommen. In den USA wird die Frage, ob der „Supreme Court“ ausländische Urteile zitieren darf, äußerst kontrovers diskutiert. Die Gegner argumentieren, es handle sich um im eigenen Land nicht demokratisch legitimiertes Recht.

Die Globalisierung des Verfassungsrechts debattieren am 26. Juli der amtierende Richter und die ehemalige Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts, Brun-Otto Bryde und Jutta Limbach mit Wissenschaftlern aus den USA und Südafrika in Berlin. Beginn ist um 18.30 im Auditorium Maximum der Humboldt-Universität zu Berlin (Unter den Linden 6).

Am 27. Juli um 10 Uhr stehen die Wechselwirkungen von Verfassungsgerichtsbarkeit und sozialem Wandel auf dem Programm. Auf dem Podium sitzen Jutta Limbach,  der ehemalige Karlsruher Richter Dieter Grimm sowie die Verfassungsrichter Pedro Cruz Viaillon aus Spanien und Miroslaw Wyrzykowski aus Polen.
Die Diskussionen finden im Rahmen des Kongresses „Law and Society in the 21st Century“ statt. Die weltweit bedeutendste Konferenz zur interdisziplinären Rechtsforschung tagt erstmals in Deutschland. 2.500 WissenschaftlerInnen aus mehr als 70 Ländern nehmen vom 25. bis 28. Juli der Humboldt-Universität an ihr teil. Die Vertreter zahlreicher Disziplinen – unter ihnen Sozial- und Politikwissenschaft, Recht- und Verwaltungswissenschaft, Kriminologie, Anthropologie, Geschichtswissenschaft und Psychologie und Gender Studies – kommen zu hoch politischen Fragen ins Gespräch: Kann Folter ein rechtsstaatliches Mittel im Kampf gegen den Terror sein? Welche Rolle spielen ethnische Herkunft, soziale Schicht und Geschlecht vor Gericht? Wie verändert die Verbreitung alternativer Familienformen die Rechtsprechung? Veranstalter sind die „Law and Society Association“ (USA), die „International Sociological Association“, die rechtssoziologischen Vereinigungen aus Deutschland und Partnerorganisationen aus Großbritannien und Japan. Kongresssprache ist Englisch.
Anmeldung und Programm unter: http://www.lsa-berlin.org/presse

Rückfragen: Jeannette Goddar, Dr. Petra Krimphove, 
Tel. 0175 512 2048, Mail: presse-lsa@hu-berlin.de

Gerne vermitteln wir Ihnen Interviews mit den ReferentInnen  sowie mit den Berliner ProfessorInnen Susanne Baer und Thomas Raiser, die maßgeblich an der Konferenz beteiligt sind